Vergleichsstudie zum Infektionsrisiko in Innenräumen

Kulturstätten mit geringerem R-Wert als etwa Klassenzimmer

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Welches Risiko besteht, sich in unterschiedlichen Alltagssituationen – ob Beruf oder Freizeit – mit dem Coronavirus zu infizieren? Um darauf wissenschaftlich fundierte Antworten zu geben, verglichen Forscher*innen des Hermann-Rietschel-Instituts an der TU Berlin verschiedene Innenräume im Hinblick auf virenbeladene Aerosolpartikel miteinander. Für die Bewertung wurde stets der Fall angenommen, dass eine infizierte Person gemeinsam mit anderen gesunden Personen im Raum ist.

Am unteren Ende des situationsbedingten R-Wertes, mit dem sich das Risiko einer Ansteckung bewerten lässt, liegen demnach unter anderem Theater, Opern und Museen mit 30- bis 40-prozentiger Belegung und einem R-Wert von 0,5 bis 0,6. Etwas höher ist das Risiko beim Einkauf im Supermarkt – mit Mund-Nasen-Schutz – oder dem Besuch eines Kinos mit 40-prozentiger Belegung ohne eine entsprechende Maske. Hier beträgt der R-Wert 1 bzw. 1,1.

Das höchste Ansteckungsrisiko ermittelten die Forscher*innen für Mehrpersonenbüros mit 50-prozentiger Belegung, ohne dass die Personen dabei einen Mund-Nasenschutz tragen, sowie Oberschulen in Vollbesetzung, ebenfalls ohne Masken. Letzteres erreicht einen R-Wert von 11,5, das heißt eine infizierte Person steckt im Durchschnitt 11,5 weitere Menschen mit dem Coronavirus an.

https://depositonce.tu-berlin.de/handle/11303/12578