RESTART-19-Experiment der Universitätsmedizin Halle gestartet

Konzert mit Tim Bendzko simuliert

RESTART-19-Studie mit Konzert-Simulation, Foto: Universitätsmedizin Halle

Am 22. August 2020 ist ein Konzert mit dem deutschen Sänger und Songwriter Tim Bendzko im Rahmen der RESTART-19-Studie simuliert worden. Mit RESTART-19 untersucht die Universitätsmedizin Halle mit Unterstützung der Betreibergesellschaft ZSL der Quarterback Immobilien Arena Leipzig und weiteren Partnern evidenzbasiert und mit wissenschaftlichem Studiendesign die Risiken von Großveranstaltungen in Hallen. Ziel ist es, Lösungen zu finden, wie diese wieder stattfinden könnten.

Beim Konzert mit Tim Bendzko erhielten die 1.500 Teilnehmer einen Tracker zum Umhängen. Diese Tracker sendeten der in der Quarterback Immobilien Arena Leipzig kontinuierlich Daten. „Das ist zwar nur etwa ein Drittel der erwarteten Probandenzahl, aber eine Datenbasis mit der wir sehr gut arbeiten können“, erklärt Dr. Stefan Moritz, Studienleiter der RESTART-19-Studie der Universitätsmedizin Halle (Saale). Der Sachgebietsleiter für Klinische erklärt sich sehr zufrieden. „Die Datenerfassung läuft sehr gut, so dass wir eine gute Datenqualität haben.“ RESTART-19 besteht aus mehreren Teilprojekten wie der Entwicklung eines mathematischen Modells zur Risikoabschätzung und der Festlegung von Rahmenbedingungen für eine Großveranstaltung. Nun folgt die Auswertung der Daten. Erste Ergebnisse werden voraussichtlich in der ersten Oktoberhälfte vorgestellt.

„Das hat uns richtig Spaß gemacht. Ich hatte erst gedacht, dass es wegen der Masken sehr steril wird, aber es war ein überraschend gutes Gefühl. Und das Publikum in Leipzig war erstaunlich textsicher“, so Bendzko. Das Konzert, auch wenn es im Rahmen einer Studie stattfand, sei ein Schritt in Richtung Normalität. „Ich hoffe, dass die Ergebnisse uns dabei helfen, bald wieder richtige Konzerte vor Publikum zu spielen“, sagt der Sänger und merkt an, dass 99,9 Prozent der Menschen in der Veranstaltungsbranche im Hintergrund arbeiten. Bendzko: „Hier laufen wir auf ein großes Unglück zu und müssen dringend Lösungen finden.“

Sportvereine, insbesondere der Hallensportarten, müssen seit Monaten ebenfalls ohne Publikum und damit ohne Einnahmen auskommen. Inhaber von großen Veranstaltungsorten wie der Quarterback Immobilien Arena Leipzig sind doppelt betroffen, weil weder sportliche Veranstaltungen noch kulturelle Veranstaltungen mit Publikum stattfinden können. „Wir sind gespannt, was bei der Studie herauskommt und uns ist klar, dass diese kein Allheilmittel ist“, sagt Matthias Kölmel, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft der Quarterback Immobilien Arena Leipzig. Die Eventbranche sei die sechstgrößte Branche in Deutschland und habe sowohl eine wirtschaftliche als auch eine gesellschaftliche Relevanz, doch sie bröckle von Tag zu Tag mehr.

Das Projekt wird mit rund 990.000 Euro von den Ländern Sachsen-Anhalt und Sachsen sowie aus Eigenmitteln der Universitätsmedizin Halle (Saale) finanziert. Dem Projekt RESTART-19 waren die Erarbeitung eines Studiendesigns, eines Hygienekonzepts, Förderanträge und Genehmigungen, die Rekrutierung von Probandinnen und Probanden, die Planungen für das Experiment, das Versenden von Testkits und auch die Auswertung der Tests vorausgegangen.

https://www.restart19.de